„München – Weltstadt mit Herz“, „München mag dich“, „Munich loves you“ – solauten die Slogans des Stadtmarketings. München präsentiert sich gerne als weltoffene Stadt, als innovative und kreative Region, als Top-Standort für Investitionen und qualifiziertes Personal, als internationale Tourismusmetropole und als dynamische Stadt mit hohem Freizeitwert. München ist stolz darauf, die am schnellsten wachsende Großstadt in Deutschland zu sein.

Helft mit bei der Gentrifizierungsmap!

Ganz nach der Logik des Neoliberalismus konkurrieren die Städte global um die Ansiedlung von internationalen High-Tech-Firmen, hochqualifizierten Fachkräften und zahlungskräftigen Investor_innen. Dieser Trend findet weltweit in unterschiedlicher Ausprägung statt und wird überall als alternativlos dargestellt. Die Kehrseite der städtischen Wachstumsstrategie sind explodierende Mieten, zigtausend leerstehende Büroquadratmeter, lange Wartelisten bei städtischen Sozialwohnungen, eine starke Verdichtung des städtischen Raums und eine enorme Immobilienspekulation. Die wachsende Stadt ist in Wahrheit eine sozial geteilte Stadt, die von und durch Verdrängung geprägt ist. Die Armen, die Alten, die Migrant_innen und zunehmend den Großteil der Bevölkerung trifft es. Die Promenaden den Gutsituierten, dem „Pöbel“ die Mietskasernen außerhalb, lautet die heimliche Devise. Zwangsräumungen und zunehmende Obdachlosigkeit sind dabei die extremsten Ausdrücke dieser Entwicklung. Den Rest des Beitrags lesen »

Am 17.06. können alle wahlberechtigten Münchner_innen gegen eine dritte Startbahn für den Flughafen stimmen. Warum sie das tun sollten zeigt Helga Stieglmeier, die Sprecherin der Bürger_inneninitiative “AufgeMUCkt” in einem Gastartikel.

Es kann so einfach sein. Wenn am 17. Juni die Münchnerinnen und Münchner gegen die dritte Startbahn stimmen, dann findet unser jahrelanger Kampf ein erfolgreiches Ende. Denn die Stadt München ist – neben Land und Bund – Gesellschafterin der Flughafen-München-Gesellschaft (FMG). Und da bei großen Investitionen Einstimmigkeit herrschen muss, kann die Stadt tatsächlich dieses unsinnige Großprojekt verhindern. Allerdings muss sie erst durch den Bürgerentscheid auf diesen Weg der Vernunft gebracht werden. Denn noch steht die Stadtratsmehrheit hinter dem Wachstumskurs der FMG.

Dabei gibt selbst die FMG zu, dass mit dem bisherigen Zwei-Bahnen-System deutlich mehr als 480 000 Flugbewegungen pro Jahr abgewickelt werden können. Der bisherige Spitzenwert lag bei 430 000. Und das war im Jahr 2008! Seither haben sich die Flugbewegungen bei rund 400 000 eingependelt – es ist also noch genügend Spielraum vorhanden, zumal sich die Obergrenze durch einen optimierten Betrieb noch nach oben verschieben ließe.

Glücklicherweise geht aber die Tendenz ohnehin eher in die entgegen gesetzte Richtung. Sogar die hochpreisige Lufthansa hat massive Probleme, weil sich selbst bei ihr die steigenden Kerosinpreise immer stärker auswirken. Bei den Billiglinien haben die Treibstoffpreise natürlich einen noch viel höheren Anteil an den Gesamtkosten – da werden die Wachstumsphantasien der FMG noch schneller an ihre Grenzen stoßen. Denn die Preise müssen steigen, da die Erdölförderung ihren Höhepunkt überschritten hat und gleichzeitig die Nachfrage, gerade aus den Schwellenländern, massiv ansteigt.

Deswegen geht es am 17. Juni nicht nur um das ökologische Ziel, das Erdinger Moos vor seiner weiteren Zerstörung zu bewahren. Es gilt auch, diesen ökonomischen Unsinn zu verhindern. Bereits heute hat die FMG 2,7 Milliarden Euro Schulden, darunter fast 500 Millionen bei uns SteuerzahlerInnen. Für eine weitere Milliarde müssten letztlich auch wieder wir SteuerzahlerInnen geradestehen. Mit Geld, das an anderer Stelle ungleich wichtiger gebraucht würde: in Pflegeheimen und Kitas, in Unis oder Schulen.

Wir bitten deshalb alle Münchnerinnen und Münchner eindringlich: Helft Euch und uns am 17. Juni mit Eurer Stimme gegen diese wahnwitzige Startbahnplanung. Stimmt auch in unserem Namen mit Nein. Denn wir – die Hauptbetroffenen – dürfen nicht abstimmen.

Und hier noch ein Tipp für alle: Schaut bitte gleich auf die Seite www.meine-muenchner-stimme.de. Und telefoniert heute noch mit euren Münchner Bekannten. Es sind mehr als ihr denkt. Wenn alle wirklich anpacken, dann können wir es schaffen.

Helga Stieglmeier, Sprecherin der Bürgerinitiative AufgeMUCkt

Die Initiative ESSO-Häuser aus Hamburg St.Pauli und das Hamburger Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen“ haben am Montag, den 05.03.2012, den Sitz der Bayerischen Hausbau in München einen Besuch abgestattet. Aktivist_innen aus den Hamburger und Münchener Netzwerken „Recht auf Stadt“ sowie der Fanszene beider Städte haben vor der Zentrale der Bayerischen Hausbau protestiert, in Form eines symbolischen Abrisses vor der Geschäftsstelle, ausgestattet mit Baggern und einer Abrissbirne. Ein öffentliches Gespräch mit den Aktivist_innen lehnte Hr. Taubenberger, Pressevertreter der Bayerischen Hausbau, jedoch ab.
Die Bayerische Hausbau hatte Anfang Februar in Hamburg den Dialog mit den Mieter_innen aufgekündigt und will nun gegen den Willen der Mieter_innen und Lokalpolitik den Abriss forcieren. Die Initiative ESSO-Häuser fordert hingegen den Erhalt der Bausubstanz, Instandsetzung, unbefristete Mietverträge für alle Mieter_innen und langfristige Mietverträge für die Gewerbetreibenden. Zudem arbeitet sie derzeit an einem eigenen Konzept für das Areal, das u.a. die Schaffung von Sozialwohnungen vorsieht. Eine Beteiligung von Unten sowie die Umsetzung eigener Vorhaben ist aus dem Stadtteil St. Pauli nicht wegzudenken.

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Egal ob London, Moskau, Paris oder München, beinahe alle Bewohner einer europäischen Metropole stehen vor ein und demselben Problem: ihre einstmals günstigen Wohngegenden verändern sich immer mehr und sie werden verdrängt.

Am Anfang dieses Aufwertungsprozesses, der von Stadtforschern als Gentrifizierung bezeichnet wird, steht eine Wohngegend in der die Mieten noch bezahlbar sind und die gerade deswegen für Künstler und Studenten interessant ist. Sie ziehen in dieses Viertel und verändern es: Kreative eröffnen Galerien, Studenten bevölkern die Bars und es wird ein alternativer Lebensstil in das Viertel getragen. Plötzlich ist es Trend in einem solcher Viertel zu wohnen und wer etwas von sich hält, mietet sich hier ein. Angezogen durch die günstigen Grundstückspreise und dem zu erwartenden Profit werden nun auch Investoren aufmerksam. Banken und Immobilienunternehmen kaufen Grundstücke im großen Stil und sanieren diese. Am Ende der Gentrifizierung, die hier natürlich nur kurz dargestellt ist, ist das Viertel nicht mehr wieder zu erkennen. Nicht nur die Gebäude haben sich verändert sondern auch die soziale Zusammensetzung. Es hat ein kompletter Austausch der Bevölkerung stattgefunden und von den einstigen Bewohnern, Künstler oder Studenten finden sich hier niemand wieder. Den Rest des Beitrags lesen »

Verschönert die Stadt

Veröffentlicht: 12. Februar 2012 in Uncategorized

Recht auf Stadt – Stickerwettbewerb!

Ihr wolltet schon immer einen eigenen Sticker entwerfen und ihn überall in der Stadt
(auf dafür vorgesehene Flächen ;) ) sehen? Wir helfen Euch dabei!

Wie jetzt?
Schickt uns Eure Stickervorschläge zum Thema “Recht auf Stadt” an rechtaufstadtmuc[ät]yahoo.de und wir veröffentlichen diese auf unserer Seite. Nachdem genug Vorschläge gesammelt sind, wird entschieden welcher Sticker von uns gedruckt wird.

Und wer entscheidet?
Ihr entscheidet selbst welcher Sticker Euch am besten gefällt und überall zu sehen sein soll. Alle Leser_innen unserer Seite und unsere Fans auf Facebook können abstimmen welcher Sticker der beste ist und die Stadt verschönern soll.

Was muss ich beachten?
Der Sticker sollte das Thema “Recht auf Stadt” thematisieren. Welche Motive ihr wählt und wie ihr ihn gestaltet ist voll und ganz euch überlassen. Am Ende entscheiden unsere Leser_innen ob er genommen wir oder eben nicht. Motive mit sexistischen oder rassistischen Inhalten werden allerdings sofort von uns aussortiert! Bitte vergesst auch nicht unsere Homepage auf den Sticker zu bringen.

Wieder einmal wird ein Großprojekt, ohne nennenswerte Bürgerbeteiligung, mitten in München geplant – wiedereinmal geht etwas wertvolles verloren. So oder so ähnlich kann man die Situation an der Leopoldstraße 152 – 194 beschreiben. Wir sind auf ein Beispiel aufmerksam gemacht worden das für viele das Schwabing der 70′er Jahre widerspiegelt und bald verloren scheint, denn mitten in Schwabing plant die Jost Hurler Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft GmbH & Co. KG ein Großprojekt namens “Schwabinger Tor”. Das Bauvorhaben umfasst nicht nur “klassische Familienwohnungen” und “luxuriöse Eigentumswohnungen”, sondern auch Büros, Konferenzräume und ein 5*-Hotel.

Im Zuge des Großprojekts soll nun auch das Yellow Sub, eine alte ungenutzte Disco und Teil des legänderen Schwabylons diesen Projekt weichen. Wir dokumentieren an dieser Stelle einen Aufruf der Presseagentur Intervox, sowie anderer Kulturschaffender die das Yellow Sub nicht einfach abgerissen sehen wollen. Vielmehr rufen sie dazu auf selbst Ideen zu entwickeln um das architektonische Denkmal zu erhalten und zu kulturell zu nutzen: Den Rest des Beitrags lesen »

Die neue Ausgabe der Stadtteilzeitung “Unser Viertel” ist erschienen.
Unter dem Slogan “Giesing ist für alle da! Wohnen ist Menschenrecht!” beschäftigt sich die Gruppe nicht nur mit dem Problem der Wohnungsnot, sondern auch mit Nazis, die im Viertel ihr Unwesen treiben und natürlich dem Grünwalder Stadion.

Die Zeitung wird in den nächsten Tagen im gesamten Viertel ausliegen und kann kostenlos mitgenommen werden.
Wer sie jetzt schon online lesen will, klickt einfach hier: http://unserviertel.blogsport.de/images/zeitung7.pdf

Übrigens freut sich das Zeitungskollektiv über Eure Hilfe. Wer also einen Artikel beisteuern will oder bei Verteilen helfen möchte, schreibt einfach eine Mail an: giesing.unserviertel [at] googlemail.com

Nach über 400 Jahren, wird mitten in einer begehrten Wohnlage ein über 85.000m² großes Grundstück, nahe der Innenstadt frei. Was die Gerüchteküche schon seit einiger Zeit vermutet hat, scheint nun festzustehen – die Paulaner Brauerei zieht an den Stadtrand und verlässt den Nockherberg.

Auch wenn die letzten Entscheidungen seitens Paulaner offiziell noch ausstehen, gibt es bereits einen Käufer. Laut Pressemitteilung vom 28.11.2011 wird die Bayerische Hausbau das Grundstück in der Au kaufen. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden, doch wird er im dreistelligen Millionenbereich liegen. In der besagten Pressemitteilung heißt es weiter, dass hier kein Luxusquartier entstehen wird, sondern Miet- und Eigentumswohnungen sowie ein Kindergarten und Grünflächen gebaut werden. Dieser Aussage kann man getrost skeptisch gegenüber stehen – ist doch die Bayerische Hausbau dafür bekannt, dass sie viele Immobilien im Luxusbereich entwickelt und verwaltet. Zu dem können wir davon ausgehen, dass auf dem Nockherberg auch Büro- und Gewerbeflächen, sowie einige sehr teuere Wohnungen entstehen, die die Mieten eher nach oben schrauben. Den Rest des Beitrags lesen »