Yellow Sub München

Wieder einmal wird ein Großprojekt, ohne nennenswerte Bürgerbeteiligung, mitten in München geplant – wiedereinmal geht etwas wertvolles verloren. So oder so ähnlich kann man die Situation an der Leopoldstraße 152 – 194 beschreiben. Wir sind auf ein Beispiel aufmerksam gemacht worden das für viele das Schwabing der 70’er Jahre widerspiegelt und bald verloren scheint, denn mitten in Schwabing plant die Jost Hurler Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft GmbH & Co. KG ein Großprojekt namens „Schwabinger Tor“. Das Bauvorhaben umfasst nicht nur „klassische Familienwohnungen“ und „luxuriöse Eigentumswohnungen“, sondern auch Büros, Konferenzräume und ein 5*-Hotel.

Im Zuge des Großprojekts soll nun auch das Yellow Sub, eine alte ungenutzte Disco und Teil des legänderen Schwabylons diesen Projekt weichen. Wir dokumentieren an dieser Stelle einen Aufruf der Presseagentur Intervox, sowie anderer Kulturschaffender die das Yellow Sub nicht einfach abgerissen sehen wollen. Vielmehr rufen sie dazu auf selbst Ideen zu entwickeln um das architektonische Denkmal zu erhalten und zu kulturell zu nutzen:

Yellow Submarine – die Haifisch-Disco
– legendäres Münchner Nachtleben seit den Siebziger Jahren

Blow Up und Sugar Shack sind längst Geschichte. Das Yellow Submarine in der Leopoldstraße 194 ist hingegen der einzige Club der 70er, der fast noch komplett in der damaligen Architektur erhalten ist – Zeuge einer Zeit, in der die bayerische Landeshauptstadt in Sachen Popkultur in einem Atemzug mit den Metropolen dieser Welt genannt wurde: „New York, London, Paris, Munich – Everybody Talk About Pop Muzik“, heißt es im legendären Discoklassiker von „M“.

Das Yellow Submarine brachte es schnell zu Bekanntheit – nicht zuletzt, weil sich der Club über drei Stockwerke hinweg in einer Art Aquarium befindet und quasi komplett von Wasser umgeben war – wie das namengebende U-Boot. Hinter Bullaugen und Panzerglas in echtem Meerwasser: Dutzende lebende Haie, Fische und Schildkröten. Im Club die „High-Society“, im Aquarium drumrum die „Hai-Society“.

Der Club war ursprünglich Teil des „Schwabylon“, das nur wenige Jahre nach seiner Eröffnung Ende der 70er Jahre wieder abgerissen wurde – ein stadtplanerischer Fehler, denn heute könnte die „Freizeitstadt“ mit der stilisierten Sonne auf der Fassade eines der architektonischen Highlights der Stadt sein. Das Einkaufs-, Vergnügungs- und Entspannungszentrum steht nicht mehr. Das Yellow Submarine blieb jedoch erhalten, wurde durch das benachbarte Hotel „Holiday Inn Schwabing“ betrieben – und überlebte. Bis heute.

Aktuell ist das Yellow Submarine bereits ungenutzt und wird durch das Hotel auch nicht mehr vermietet. Denn nun soll u.a. der gesamte Hotelkomplex inklusive des legendären Yellow Submarine ab Anfang 2012 abgerissen werden und Platz schaffen für das künftige „Schwabinger Tor“, ein neues Stadtviertel mit hunderten Wohnungen, Geschäften und einem neuen Hotel. Inzwischen ist die Hotelkette, die 2010 mit neuen Planungen angetreten war, u.a. wegen der Finanzkrise längst verschwunden.

Während wir den Plan, im Norden Schwabings mietbaren Wohnraum zu schaffen, begrüßen und dem Ansinnen, das Areal mit der „Metro“ von der Ecke Leopold-/Johann-Fichte-Straße bis zum ehemaligen Yellow Submarine für das neue Stadtviertel „Schwabinger Tor“ zu nutzen, nicht grundsätzlich negativ gegenüber stehen, sind wir aber eindeutig der Meinung:

Das Yellow Submarine ist ein Denkmal der Münchner Disco-Kultur und bleibt!!!

Wir fordern, dass der letzte vollständig erhaltene 70er-Club künftig für eine kulturelle Nutzung zur Verfügung steht z.B. als Club, Kultur-Zentrum, Restaurant, Stadteilarbeits- oder Quartiers-Treff!

Wer mehr über die Initiative erfahren möchte schaut auf deren Facebook-Seite: http://www.facebook.com/yellow.sub.muenchen?sk=info

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