Verdrängung hat viele Gesichter – Filmvorführung

Donnerstag 9 April 17 Uhr, Werkstattkino Fraunhoferstr 9 80469 München

+++Anschließend Diskussion mit den Filmemachern+++
Zum Film:
„Berlin. Ein kleiner Kiez zwischen Ost und West. Verwilderte Brachen am ehemaligen Mauerstreifen. Motorsägen und Baukräne. Neubauten, Eigentumswohnungen und steigende Mieten. Versteckte Armut, AltmieterInnen, zugezogene Mittelschicht, Architekten, Baugruppen. Auf engstem Raum wird ein Kampf ausgetragen. Von Gesicht zu Gesicht. Direkt. Ohne Blatt vor dem Mund. Ängste artikulieren sich. Auf allen Seiten. Wut verschafft sich Ausdruck. Ein Kampf um Millimeter. Um den Kiez. Um Würde. Und um das eigene Leben.“

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Mehr Infos: https://berlingentrification.wordpress.com/

 

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Platz Da! Flüchtlinge sind hier willkommen – Kundgebung 22.12

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Seit Monaten nimmt die Zahl der Flüchtenden aus Nordafrika und dem Nahen Osten zu. Deutschland, Bayern und die Stadt München stehen vor neuen Aufgaben. Bislang war die große Mehrheit der Menschen bereit, die Hilfsbedürftigen hier willkommen zu heißen und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Diese positive Grundeinstellung gegenüber den Geflüchteten ist momentan in Gefahr. Ein seltsamer verschwörungstheoretischer Mob, vermischt mit echten Nazis bekommt plötzlich eine unverdiente Öffentlichkeit für ihre patriotisch-panischen Formeln und behauptet auch noch, „das Volk” zu vertreten. Statt Weltoffenheit wird Abschottung und Diffamierung propagiert. Diese Stimmungsmache darf keinen Raum gewinnen! Deshalb rufen wir, das Bündnis Bellevue di Monaco mit einem sehr breiten Bündnis zu einer großen gemeinsamen Kundgebung am 22.12.14, 18.00 Uhr  auf dem Max-Joseph-Platz vor die Staatsoper München auf.

Zum Kundgebungsprogramm konnten wir bisher schon Vertreter der Stadtspitze, aus Flüchtlingsorganisationen, Betroffene und folgende Künstler gewinnen: The Notwist (Pocket), Claus von Wagner und Max Uthoff (ZDF Die Anstalt), Syrischer FlüchtlingschorKonstantin WeckerFIVA. Weitere folgen…

Zur Kundgebung rufen folgenden Organisationen, Einrichtungen und Gruppen auf:

BÜNDNIS BELLEVUE DI MONACO  Abendzeitung | Ackermannbogen e.V. | AGABY e.V. – Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns | AKS – Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit München | Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. | Antifa-Referat der LMU | Arbeitergeschwister München | Asylhelferkreis Grafrath | Bayerischer Flüchtlingsrat | BDKJ Diözesanverband | Bildungsfreiräume e.V. | Berufsverband Bildender Künstler München und Oberbayern e. V. | BÖHA | Bündnis 90/Die Grünen Bayern & München | Commit München e.V. | Create your voice e.V. | Die kurdische Frauengruppe Nergiz e.V. | Die Linke Bayern und München | Die Münchener Nachbarschaftstreffs des VFS e.V. | Doris Wuppermann Stiftung – Junge Menschen für soziale Demokratie | DPSG in der Diözese München und Freising | Fachinformationsstelle gegen Rechtsextremismus in München (firm) | Glockenbachwerkstatt e.V. | Goldgrund Immobilien | Grüne Jugend München | Handicap International e.V. | HPKJ e.V. | IMMA e. V. | Infogruppe Rosenheim | Initiative zivilcourage | Jungbündnis gegen Rechtsradikalismus und Rechtspopulismus | Jusos München | Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen | KJG – Katholische Junge Gemeinde München und Freising | Kreisjugendring München-Stadt | Landesschülerrat in Bayern | Linksjugend ‘solid Basisgruppe München | Mentoren e.V. | München ist bunt! e.V. | München Mal anders | Münchner Flüchtlingsrat | Münchner Forum für den Islam e.V. | Münchner Kammerspiele | Münchner Kneipenchor | Münchner Künstler bekennen Farbe | Münchner SPD | Münchner Volkstheater | Mohr-Villa | Offene Familieninitiative/BizimAile | Pfadfinderinnen Olching | Pro Asyl | pro familia Ortsverband München e.V. | queerelations Mediennetzwerk München | Queerpass Bayern | Radio Feierwerk | Recht auf Stadt München | REFUGIO München | Save Me Kampagne | Stadtteilarbeit  e.V. | StudentInnen am Biederstein e.V. | UNITED 4 IRAN – Bayern e. V. | Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. | Verein Freundschaft zwischen Ausländern und Deutschen e.V. | Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen | Verein für Sozialarbeit | Wohnhilfe e.V. | ZKM e.V. |

Linkt zur Bellevue di Monaco Seite 

Aufruf „Für eine Gesellschaft ohne Rassismus – Keupstraße ist überall”

Eine Stadt für alle, heißt eine Stadt ohne Rassismus, deswegen unterstützt Recht auf Stadt den Aufruf von Keuptstrasse-ist-überall und ruft zur Demonstration mit auf:

20.01.2015, München // 9 Uhr Aktionstag vor dem OLG, 17.30 Uhr Bundesweite Demonstration

Die Keupstraße ist bekannt als florierende Geschäfts- und Wohnstraße der „türkischen Community“ in Köln – weit über die Stadtgrenzen hinaus. Am 9. Juni 2004 explodierte dort eine vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) gezündete Nagelbombe. Dieser Anschlag sollte in der Straße möglichst viele Menschen töten und verletzen sowie ihre Geschäfte und Häuser zerstören. Nur durch glückliche Zufälle gab es dabei keine Todesopfer.

Das Attentat auf die Keupstraße ist Teil der Mord- und Anschlagserie des NSU und offenbart ihre rassistische Logik. Die vom Bombenanschlag in der Kölner Probsteigasse betroffene deutsch-iranische Familie sowie die Opfer der NSU-Mordserie Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat, haben sich mit ihren Familien ökonomisch gefestigte Existenzen in der Bundesrepublik aufgebaut. Ihre Biografien zeugen von einer gesellschaftlichen Realität, in der migrantisches Leben ein historisch gewachsener, prägender und dauerhafter Bestandteil ist. Gerade für diese Perspektive steht die Keupstraße symbolisch. Und genau dieser Perspektive galt der NSU-Terror.Plakat_München_Keupstraße_Deutsch_web

Lange wurde der rassistische Hintergrund auch von linken und antirassistischen Gruppen nicht zur Kenntnis genommen. Dabei zeigt uns der Bombenanschlag auf die Keupstraße deutlich, wie der tödliche Rassismus von Neonazis im Zusammenspiel mit staatlichen Ermittlungsbehörden, Geheimdiensten, Medien und Öffentlichkeit in der gesamten NSU-Mordserie funktioniert hat. Die rassistischen Morde und Anschläge fanden durch die Verfolgung der Behörden ihre Fortsetzung: Bis zur Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 ermittelten sie in erster Linie gegen die Opfer sowie deren Angehörige und deren Umfeld. Das Wissen und die Perspektiven der Betroffenen ignorierten sie ebenso wie deutliche Indizien für eine rassistische Tatmotivation. So kann zu Recht behauptet werden: „Staat und Nazis – Hand in Hand“. Die Medien und die Öffentlichkeit flankierten dieses Bündnis mit dem Gerede von „kriminellen Ausländermilieus“ und „Dönermorden“. Diese Opfer-Täter-Umkehrungen sind keine Ausnahmefälle: Betroffene rassistischer Gewalt stehen immer wieder – so haben es auch die Anschläge von Lübeck, Mölln und Hattingen gezeigt – im Fokus der Verdächtigungen. Für Gerechtigkeit und Aufklärung müssen sie gegen politischen, juristischen und gesellschaftlichen Widerstand kämpfen.

Vor diesem Hintergrund hat sich in Köln die Initiative „Keupstraße ist überall“ gegründet, um in Vorbereitung auf die Verhandlungstage im NSU-Prozess in München aktiv zu werden. In vielen weiteren Städten haben sich ebenfalls Gruppen und Initiativen zusammengefunden, um den NSU-Komplex aufzuklären, seine gesellschaftliche Dimension sichtbar zu machen und die Betroffenen des rassistischen Terrors solidarisch zu begleiten. Gemeinsam  mobilisieren wir nun nach München, um Solidarität mit den mehr als 30 Nebenkläger_innen und Angehörigen der Opfer zu demonstrieren. Wir protestieren gegen ihre jahrelange rassistische Ausgrenzung und Diskriminierung und fordern eine schonungslose Aufklärung: Wer gehört(e) alles zum NSU? Wie viel Staat steckt in ihm und welche Rolle spielen Politik, Polizei und Geheimdienste?

Deshalb brauchen wir die Unterstützung von allen gesellschaftlichen Gruppen, denen bewusst ist, dass der Gerichtsprozess alleine nicht ausreichen wird, um die Geschichte der Mord- und Anschlagserie und die jahrelangen Drangsalierungen der Betroffenen und Angehörigen aufzuklären und die Ursachen des rassistischen Terrors zu beseitigen. Mit einem Aktionstag (am Tag X) sowie einer dauerhaften Anwesenheit während der gesamten Verhandlung der Keupstraße wollen wir mit Vielen vor und im Gericht ein sichtbares Zeichen setzen! Jahrelang wurden die Betroffenen aus der Keupstraße und die Opferangehörigen in ganz Deutschland terrorisiert. Jetzt ist der Moment gekommen, geschlossen und unmissverständlich in München unserer Wut und Empörung Ausdruck zu verleihen.

Der NSU hat sein Ziel nicht erreicht: Migrantisches Leben ist eine Realität in Deutschland, die weder durch rassistischen Populismus, noch durch Bomben- und Mordanschläge ausgelöscht werden kann. Sie ist integraler Bestandteil einer Gesellschaft, die sich nicht durch Terror spalten lässt. Die Keupstraße geht in die Offensive: Sie ist heute ein Ort, an dem rassistischer Terror angeklagt wird und solidarische Bündnisse geschmiedet werden. In diesem Sinne: Keupstraße ist überall.

Am Ende des ersten Verhandlungstages zu dem Attentat in der Keupstraße, am 20.1.2015, werden wir gemeinsam in München demonstrieren. Vor dem Gerichtsgebäude wird ab 9 Uhr eine Dauerkundgebungstattfinden. Ab 17.30 Uhr demonstrieren wir vom Gerichtsgebäude in der Nymphenburgerstraße bis zum Karlsplatz/Stachus. Nach der Demonstration ist ein Treffen aller Beteiligten in den Räumen von Werkmünchen an der Dachauerstraße 114 (Trambahn-Haltestelle Leonrodplatz) geplant.

Link zur Keuptstrasse-ist-überall Website 

Bellevue di Monaco

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„München kann eine weltoffene und tolerante Stadt sein. Beeindruckend viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich und auf die momentane Flüchtlingszuwanderung hat die Stadtgesellschaft mit enormer Spendenbereitschaft und großer Empathie reagiert. Mit dem Bellevue di Monaco soll mitten in München ein Leuchtturm für diese Offenheit und gelebte Solidarität stehen. Hier entsteht hoffentlich ein Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichen kulturellen wie sozialen Milieus wohnen und arbeiten, sich begegnen und unterstützen. Hier finden Flüchtlinge Beratung, junge Menschen werden für den Schritt in selbständiges Wohnen einen integrativen Wohnort finden und Familien mit Fluchthintergrund können nach dem Leben in einer Gemeinschaftsunterkunft Fuß fassen in unserer Stadt. Ein öffentlicher Ort, an dem die Vielfalt der Stadtgesellschaft sichtbar und die Sicherung des sozialen Friedens erlebbar wird. Unser zugehöriges Hotel, die Pension Bellevue, öffnet das Bellevue di Monaco nach außen, hier werden Menschen willkommen geheißen, die nicht auf Hilfe angewiesen sind, hier kommen Gäste aus aller Welt mit unseren anderen Gästen aus aller Welt zusammen.“

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Recht auf Stadt für alle – keine rassistische Hetze in der Bayernkaserne

 „tut euch zusammen, zündet die hütten an, und verhaut die ordentlich. dann ist ruhe da.“

Ein Zitat aus der facebook-Gruppe „Gegen das Asylheim München Heidemannstraße“. Schon nach wenigen Stunden sind ihr über eintausend Menschen beigetreten (nach 48 Stunden fast 1700). Viele von ihnen toben sich dort in hunderten postings und Kommentaren offen rassistisch gegen die Asylsuchendenunterkunft in der ehemaligen Bayernkaserne aus.

Bericht auf aida.archiv.de

Rassismus ist nicht irgendwo, er ist vor der Haustür. Wie sich jetzt in der Heidemannstraße zeigt.

Jahrzehntelang verfehlte Flüchtlingspolitik führt nun dazu wieder einmal den einfachen Weg zu wählen: Der Ausländer ist Schuld!

Leute geht nicht dieses Weg! Das Recht auf Stadt ist nicht teilbar in ein “wir hier drinnen und ihr da draußen” – es gilt für alle, auch für Flüchtlinge.

Das Recht auf Stadt ist nur dann etwas wert, wenn es für alle Menschen gilt. Recht auf Stadt bedeutet, dass alle Menschen ausnahmslos entscheiden können, wo und wie sie leben möchten – in welchem Viertel, welcher Stadt, in welchem Land und auf welchem Kontinent. Ob sie in Mietwohnungen leben, oder andere Lebensform gewählt haben oder aus ihrer Heimat geflohen sind. Egal wie lange sie schon hier sind oder woher sie kommen.

Rassistischer Hetze entgegentreten und gemeinsam neue Wege des Zusammenlebens finden

ein Lichtblick dazu ist zB das Projekt Bellevue di Monaco

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Das Bellevue – ein Ort im Herzen der Stadt für eine bessere Flüchtlingspolitik

Diesen Sonntag um 20:30, Milla – Live Club in München

Link zur FaceBook Veranstaltung 

 

Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert von
XUMAN aus Senegal und CeePee aus Mauretanien
Urbane Riddims aus Westafrika zwischen politischen Reimen, Roots und HipHop

– Eintritt frei! Kommt in Massen! –

Die Stadt München hätte im Ensemble Müllerstraße 2-6 die einzigartige Chance, eine ganz neue Form der Unterkunft und Betreuung mitten im Herzen von München zu etablieren. Wir als Stadt und Bürger könnten zeigen: Wir setzen uns entschlossen für den Schutz von Asylsuchenden ein und treten dem Rassismus entgegen.

Erfolgreiche Projekte wie das Grandhotel Cosmopolis in Augsburg und das Integrationshaus Wien zeigen, dass durch echte Begegnungen echtes Verständnis, Toleranz und Respekt entstehen können.
Wir wollen das Thema auch in München von den Stadträndern ins Herz der Stadt zurückbringen.

Podiumsdiskussion 20.30 Uhr: Projekte in anderen Städten und die aktuelle Situation in München

Georg Heber vom Grandhotel Cosmopolis, Augsburg
Ursula Koschnick, Verein für Sozialarbeit
Tuncay Acar, Import/Export
Jonathan Fischer, Journalist
Till Hofmann, Goldgrund
Moderation: Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung

Extra aus Mauretanien und Senegal angereist: Gunman Xuman aus Dakar gilt als einer der einflussreichsten Rapper Westafrikas. In den 1990er Jahren gehörte er mit seiner Band Pee Froiss zu den Pionieren des senegalesischen HipHop. Und vor kurzem hat der engagierte MC das erste Album des jungen mauretanischen Sängers Cee Pee produziert, der bereits als Jugendlicher mit urbanen Klängen zwischen Mbalax und Dancehall in Berührung kam und diese mit Roots, mal zur Akustik-Gitarre oder zu vertrackten Beats von DJ Gee Bayss, einem der innovativsten DJs Westafrikas, mixt. Seitdem stehen die drei regelmäßig gemeinsam auf der Bühne und haben anlässlich der letzten Präsidentschaftswahl im Senegal das Videoclip „Li Lumu Doon“ veröffentlicht, in welchem sie neokoloniale Attitüden multinationaler Konzerne und Machenschaften korrupter Politikerinnen und Politiker anprangern.

Gunman Xuman, Cee Pee & DJ Gee Bayss stehen für ‘Conscience Positive’ (positives Bewusstsein), verknüpfen ihre tiefsinnig-kritischen Lyrics mit treibenden Rhythmen und bringen so das Publikum zum Tanzen.

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Kegelhofmühle Pressemitteilung vom 20.7. der Schnecken von el Caracol.

Pressemitteilung vom 20.7. der Schnecken von el Caracol.
Für einen heißen stadtpoltischen Sommer in München!

Im Viertel Angekommen!
Symbolische Besetzung der leer stehenden Kegelhofmühle stößt auf breites Wohlwollen der Nachbarschaft / Stadt nimmt Gesprächsangebot nicht an

Seit Freitagnachmittag haben wir, die Wohnprojektgruppe „El Caracol“, einen runden Tisch im verlassenen Kegelhof in der Münchner Au installiert. Mit Kaffee & Kuchen, auf Biergarnituren und in lockerer Atmosphäre wurde öffentlich über städtischen Leerstand und mögliche alternative Nutzungskonzepte diskutiert. Eingeladen waren sowohl Anwohnerinnen und Anwohner als auch politische Entscheidungsträgerinnen und -träger der Stadt. Letztere nahmen das Gesprächsangebot nicht an, von der Nachbarschaft wurde die Aktion dagegen positiv aufgenommen und begrüßt.

Passantinnen und Passanten suchten das Gespräch und beteiligten sich rasch an spontanen Diskussionen. Auf Plakaten konnten Kritik und eigene Anregungen für die Nutzung eingebracht werden. Häufig wurde bei den Diskussionen die bestehenden Pläne zur Nutzung des Kegelhofs seitens der GWG heftig kritisiert. Die städtische Wohnbaugesellschaft möchte das historische Gebäude teilweise abreißen und an dessen Stelle frei finanzierte und somit teure Wohnungen sowie Büros für die eigene Verwaltung errichten. Besonders die geplanten Büros stoßen auf großes Unverständnis, weil es daran in München nun wirklich keinen Mangel gibt und sie zudem, in einem solch idyllischem Wohngebiet einfach nichts zu suchen haben. Verwunderlich ist zudem, dass die GWG die vom Bezirksausschuss dringend geforderte Errichtung einer Kindertagesstätte aufgrund der mangelnden Freifläche ablehnte. Das erscheint äußerst absurd, liegt doch direkt neben dem Gelände ein großzüger städtischer Spielplatz.

Für die zukünftige Nutzung des Kegelhofs wünschten sich die Anwohnerinnen und Anwohner neben bezahlbaren Wohnungen ein Kulturzentrum, einen Nachbarschaftstreff, ein Begegnungszentrum, Werkstätten sowie einen Skatepark.

Wir, die Wohnprojektgruppe „El Caracol“ , eine Gruppe von 25 Personen im Alter von 1 – 60 Jahren, bemühen uns seit Monaten um die Nutzung eines der leerstehenden Gebäude der Stadt um dort ein generationsübergreifendes, integratives und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Während der Kommunalwahlen war uns von allen politischen Fraktionen dazu Wohlwollen und Unterstützung zugesagt worden. Davon spüren wir leider mittlerweile nicht mehr viel. Uns geht es dabei um keinerlei Extrawürste, sondern wir möchten dauerhaft unkommerzielle Freiräume schaffen und hiermit für ein lebenswertes Stadtklima sorgen. Die Aktion am Kegelhof verstehen wir als Auftakt. Mit vielfachen Aktionen zum ungenutzten städtischen Leerstand möchten wir die Stadtgesellschaft wach rütteln und die Stadt ermutigen progressive und alternative Wohnmodelle endlich ernst zu nehmen und zu fördern.

„Der große Zuspruch der Nachbarschaft hat uns gezeigt, dass viele MünchnerInnen unseren Einsatz für bezahlbaren Wohnraum und Freiräume begrüßen und wichtig finden“, kommentiert Claus Sasse von ‚El Caracol‘. „Leider hat die Stadt offenbar andere Prioritäten. Unser Gesprächsangebot wurde nicht angenommen, Vertreterinnen von Politik und Behörden ließen sich nicht blicken. Wir werden weitermachen, bis die Stadt endlich einlenkt und unser Projekt für ein lebenswerteres München unterstützt!“

http://www.elcaracol.info/de/

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