Hamburg und München – Gemeinsamer Protest gegen die Bayerische Hausbau

Die Initiative ESSO-Häuser aus Hamburg St.Pauli und das Hamburger Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen“ haben am Montag, den 05.03.2012, den Sitz der Bayerischen Hausbau in München einen Besuch abgestattet. Aktivist_innen aus den Hamburger und Münchener Netzwerken „Recht auf Stadt“ sowie der Fanszene beider Städte haben vor der Zentrale der Bayerischen Hausbau protestiert, in Form eines symbolischen Abrisses vor der Geschäftsstelle, ausgestattet mit Baggern und einer Abrissbirne. Ein öffentliches Gespräch mit den Aktivist_innen lehnte Hr. Taubenberger, Pressevertreter der Bayerischen Hausbau, jedoch ab.
Die Bayerische Hausbau hatte Anfang Februar in Hamburg den Dialog mit den Mieter_innen aufgekündigt und will nun gegen den Willen der Mieter_innen und Lokalpolitik den Abriss forcieren. Die Initiative ESSO-Häuser fordert hingegen den Erhalt der Bausubstanz, Instandsetzung, unbefristete Mietverträge für alle Mieter_innen und langfristige Mietverträge für die Gewerbetreibenden. Zudem arbeitet sie derzeit an einem eigenen Konzept für das Areal, das u.a. die Schaffung von Sozialwohnungen vorsieht. Eine Beteiligung von Unten sowie die Umsetzung eigener Vorhaben ist aus dem Stadtteil St. Pauli nicht wegzudenken.

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Yuppies!

Egal ob London, Moskau, Paris oder München, beinahe alle Bewohner einer europäischen Metropole stehen vor ein und demselben Problem: ihre einstmals günstigen Wohngegenden verändern sich immer mehr und sie werden verdrängt.

Am Anfang dieses Aufwertungsprozesses, der von Stadtforschern als Gentrifizierung bezeichnet wird, steht eine Wohngegend in der die Mieten noch bezahlbar sind und die gerade deswegen für Künstler und Studenten interessant ist. Sie ziehen in dieses Viertel und verändern es: Kreative eröffnen Galerien, Studenten bevölkern die Bars und es wird ein alternativer Lebensstil in das Viertel getragen. Plötzlich ist es Trend in einem solcher Viertel zu wohnen und wer etwas von sich hält, mietet sich hier ein. Angezogen durch die günstigen Grundstückspreise und dem zu erwartenden Profit werden nun auch Investoren aufmerksam. Banken und Immobilienunternehmen kaufen Grundstücke im großen Stil und sanieren diese. Am Ende der Gentrifizierung, die hier natürlich nur kurz dargestellt ist, ist das Viertel nicht mehr wieder zu erkennen. Nicht nur die Gebäude haben sich verändert sondern auch die soziale Zusammensetzung. Es hat ein kompletter Austausch der Bevölkerung stattgefunden und von den einstigen Bewohnern, Künstler oder Studenten finden sich hier niemand wieder. Weiterlesen

Unser Viertel – Ausgabe 7

Die neue Ausgabe der Stadtteilzeitung „Unser Viertel“ ist erschienen.
Unter dem Slogan „Giesing ist für alle da! Wohnen ist Menschenrecht!“ beschäftigt sich die Gruppe nicht nur mit dem Problem der Wohnungsnot, sondern auch mit Nazis, die im Viertel ihr Unwesen treiben und natürlich dem Grünwalder Stadion.

Die Zeitung wird in den nächsten Tagen im gesamten Viertel ausliegen und kann kostenlos mitgenommen werden.
Wer sie jetzt schon online lesen will, klickt einfach hier: http://unserviertel.blogsport.de/images/zeitung7.pdf

Übrigens freut sich das Zeitungskollektiv über Eure Hilfe. Wer also einen Artikel beisteuern will oder bei Verteilen helfen möchte, schreibt einfach eine Mail an: giesing.unserviertel [at] googlemail.com

Grundstück frei!

Nach über 400 Jahren, wird mitten in einer begehrten Wohnlage ein über 85.000m² großes Grundstück, nahe der Innenstadt frei. Was die Gerüchteküche schon seit einiger Zeit vermutet hat, scheint nun festzustehen – die Paulaner Brauerei zieht an den Stadtrand und verlässt den Nockherberg.

Auch wenn die letzten Entscheidungen seitens Paulaner offiziell noch ausstehen, gibt es bereits einen Käufer. Laut Pressemitteilung vom 28.11.2011 wird die Bayerische Hausbau das Grundstück in der Au kaufen. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden, doch wird er im dreistelligen Millionenbereich liegen. In der besagten Pressemitteilung heißt es weiter, dass hier kein Luxusquartier entstehen wird, sondern Miet- und Eigentumswohnungen sowie ein Kindergarten und Grünflächen gebaut werden. Dieser Aussage kann man getrost skeptisch gegenüber stehen – ist doch die Bayerische Hausbau dafür bekannt, dass sie viele Immobilien im Luxusbereich entwickelt und verwaltet. Zu dem können wir davon ausgehen, dass auf dem Nockherberg auch Büro- und Gewerbeflächen, sowie einige sehr teuere Wohnungen entstehen, die die Mieten eher nach oben schrauben. Weiterlesen

Wohnungen zu verkaufen!

Wir schreiben den November 2008 – „Die Lage ist ernst, sehr ernst“ kommentierte Ministerpräsident Horst Seehofer damals die Situation der Bayrischen Landesbank (Bayern LB) und sorgte dafür, dass sie unter den gerade beschlossenen Rettungsschirm der Bundesregierung kommt. Als eine der ersten Banken wurde die Bayern LB damals aus Steuergelder gestützt – mehr als 30 Milliarden Euro mussten dafür aufgebracht werden.

Heute – Drei Jahre nach der Rettung der Bayern LB ist die Lage wieder sehr ernst. Doch  diesmal nicht für die Landesbank – vielmehr für ca. 85.000 Mieter_innen aus dem gesamten Freistaat. Wie das zusammenhängt? Ganz einfach: Die Bayrische Landesregierung hat in den letzten drei Jahren immer noch kein Interesse gehabt, ein tragbares Konzept für die Bayern LB zu entwickeln. Nun schaltet sich die EU ein und verordnet, dass die Bayern LB sich von allen Geschäftsbereichen trennen muss, die nicht zum Geschäft einer Bank gehören. Und hier kommen die Mieter_innen ins Spiel, denn die Bayern LB hält mehr als 90% der Anteile der GBW AG –  einem der größten Wohnbauunternehmen Bayerns. Wieder einmal müssen die Mieter_innen zusehen wie ihr Wohnraum zu Geld gemacht wird, denn laut Finanzminister Georg Fahrenschon sei nun zu erwarten, „dass sich die Bayern LB von ihrer Beteiligung an der GBW AG trennen muss“ und damit von über 33.000 Wohnungen in ganz Bayern. An wen das Unternehmen verkauft wird ist noch nicht klar, es ist allerdings zu befürchten, dass einige wenige Großinvestoren den Zuschlag bekommen werden. Die Folgen solcher Immobilienverkäufe können wir in ganz München beobachten: Entmietung und Luxussanierungen um den größtmöglichen Profit aus solchen Immobilien zu ziehen! Weiterlesen

Wir wollen keine homogenen Luxusstädte

Mit dem Slogan “Recht auf Stadt” kämpfen seit einigen Jahren viele Bürgerinitiativen auf der ganzen Welt für mehr Mitbestimmung bei der urbanen Entwicklung. Nun hat die Bewegung auch München erreicht. Der 24-jährige Student und gebürtige Berliner Chris Feilitz gründete vor Kurzem ein Netzwerk. Es soll alle vereinen, die sich gegen die Folgen der Gentrifizierung wehren

Chris FeilitzWas steckt hinter dem Motto “Recht auf Stadt”? Das Konzept entwickelte der marxistische Soziologe Henri Lefèbvre in den sechziger Jahren. Der Franzose kritisierte die Stadtentwicklung in Europa. Zu Beginn der Industrialisierung finanzierten reiche Fabrikbesitzer und Bankiers die Urbanisierung. Arbeiterwohnungen wurden an den Stadtrand verbannt, die Bourgeoisie kaufte Grundstücke in den besten Lagen. Im Moment gibt es wieder einen erschreckenden Trend. Die Städte haben Geldprobleme und veräußern ihre Grundstücke oder Gebäude deshalb meistbietend an Investoren. Das Kapital entscheidet also, wie sich das Stadtbild verändert. Das darf so nicht weitergehen. Weiterlesen

Neues aus dem Westend

Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtviertels Westend geben seit kurzem die Westend Nachrichten heraus – von AnwohnerInnen gemacht, für AnwohnerInnen. Die Zeitungsmacher wollen „über Ereignisse und Entwicklungen in unserem Viertel nicht nur berichten, wir wollen auch Positionen beziehen.“

Das Westend war „lange Zeit ein ArbeiterInnenviertel, oft abfällig als „Glasscherbenviertel“ oder „Klein-Istanbul“ bezeichnet, seit den 90er Jahren dann auch als „Multikultiviertel“ gefeiert.“ Heute ist das Westend einer der Hotspots der Gentrifizierung in München. Westendnachrichten will darüber berichten und sich mit interessanten Themen wie dem Wohnungsmarkt und Gentrifizierung auseinandersetzen. Desweitern will die Zeitung einen Beitrag zu Aktivierung und Mobilisierung der AnwohnerInnen im Westend leisten.

Die Westend Nachrichten online lesen.

Quelle: westendnachrichten.blogsport.de