Gastartikel: AufgeMUCkt

Am 17.06. können alle wahlberechtigten Münchner_innen gegen eine dritte Startbahn für den Flughafen stimmen. Warum sie das tun sollten zeigt Helga Stieglmeier, die Sprecherin der Bürger_inneninitiative „AufgeMUCkt“ in einem Gastartikel.

Es kann so einfach sein. Wenn am 17. Juni die Münchnerinnen und Münchner gegen die dritte Startbahn stimmen, dann findet unser jahrelanger Kampf ein erfolgreiches Ende. Denn die Stadt München ist – neben Land und Bund – Gesellschafterin der Flughafen-München-Gesellschaft (FMG). Und da bei großen Investitionen Einstimmigkeit herrschen muss, kann die Stadt tatsächlich dieses unsinnige Großprojekt verhindern. Allerdings muss sie erst durch den Bürgerentscheid auf diesen Weg der Vernunft gebracht werden. Denn noch steht die Stadtratsmehrheit hinter dem Wachstumskurs der FMG.

Dabei gibt selbst die FMG zu, dass mit dem bisherigen Zwei-Bahnen-System deutlich mehr als 480 000 Flugbewegungen pro Jahr abgewickelt werden können. Der bisherige Spitzenwert lag bei 430 000. Und das war im Jahr 2008! Seither haben sich die Flugbewegungen bei rund 400 000 eingependelt – es ist also noch genügend Spielraum vorhanden, zumal sich die Obergrenze durch einen optimierten Betrieb noch nach oben verschieben ließe.

Glücklicherweise geht aber die Tendenz ohnehin eher in die entgegen gesetzte Richtung. Sogar die hochpreisige Lufthansa hat massive Probleme, weil sich selbst bei ihr die steigenden Kerosinpreise immer stärker auswirken. Bei den Billiglinien haben die Treibstoffpreise natürlich einen noch viel höheren Anteil an den Gesamtkosten – da werden die Wachstumsphantasien der FMG noch schneller an ihre Grenzen stoßen. Denn die Preise müssen steigen, da die Erdölförderung ihren Höhepunkt überschritten hat und gleichzeitig die Nachfrage, gerade aus den Schwellenländern, massiv ansteigt.

Deswegen geht es am 17. Juni nicht nur um das ökologische Ziel, das Erdinger Moos vor seiner weiteren Zerstörung zu bewahren. Es gilt auch, diesen ökonomischen Unsinn zu verhindern. Bereits heute hat die FMG 2,7 Milliarden Euro Schulden, darunter fast 500 Millionen bei uns SteuerzahlerInnen. Für eine weitere Milliarde müssten letztlich auch wieder wir SteuerzahlerInnen geradestehen. Mit Geld, das an anderer Stelle ungleich wichtiger gebraucht würde: in Pflegeheimen und Kitas, in Unis oder Schulen.

Wir bitten deshalb alle Münchnerinnen und Münchner eindringlich: Helft Euch und uns am 17. Juni mit Eurer Stimme gegen diese wahnwitzige Startbahnplanung. Stimmt auch in unserem Namen mit Nein. Denn wir – die Hauptbetroffenen – dürfen nicht abstimmen.

Und hier noch ein Tipp für alle: Schaut bitte gleich auf die Seite www.meine-muenchner-stimme.de. Und telefoniert heute noch mit euren Münchner Bekannten. Es sind mehr als ihr denkt. Wenn alle wirklich anpacken, dann können wir es schaffen.

Helga Stieglmeier, Sprecherin der Bürgerinitiative AufgeMUCkt

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